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Meldung vom 06.04.2017

Vier Wege zur Stärkung des Ehrenamtes...


LEADER-Abend bringt inspirierende Beispiele ins Zwickauer Land

Die LEADER-Region Zwickauer Land lud am 05. April 2017 ins Mehrgenerationenhaus Kirchberg zum dritten LEADER-Abend ein, dieses Mal zum Thema ehrenamtliches Engagement.
Aufgabe der LEADER-Region ist die Entwicklung der ländlichen Räume, wofür sie Fördermittel, aber auch Vernetzungsmöglichkeiten wie den LEADER-Abend zur Verfügung stellt.
Aus vier spannenden Blickwinkeln beleuchteten angereiste Expertinnen und Experten dieses Mal Möglichkeiten, ehrenamtliche Strukturen zu stärken.

Zunächst präsentierte Veronika Förster, Leiterin des ersten sächsischen Freiwilligenzentrums in Chemnitz, mit ihrer Einrichtung ein gelungenes Beispiel, das Angebot an Engagement mit der Nachfrage durch interessierte Personen zu bündeln. Derzeit warten 223 Gesuche in 83 Organisationen auf engagierte Menschen. Sie betonte dabei die notwendige hauptamtliche Koordination eines solchen Zentrums, aber auch die unverzichtbare Wertschätzung für engagierte Menschen, etwa durch Weiterbildung oder Auszeichnungen.

Warum Sportvereine Jugendstrukturen brauchen, erläuterte anschließend Thomas Buchmann vom Landessportbund Sachsen e.V. „Ohne Nachwuchs geht es nicht, daher bauen wir auf soziale Bindung.“, erläuterte Buchmann. Diese könne durch biografische Passgenauigkeit für Engagement, Mentoring oder das Zulassen echter Beteiligung erreicht werden.
So unterstützt der Landessportbund mit den regionalen Strukturen die Sportvereine dabei, Kinder und Jugendliche durch Spaß und Interesse langsam an ein Ehrenamt heranzuführen und damit wichtige soziale Anker in ländlichen Räumen zu halten.

Eine innovative und in Nordsachsen bereits etablierte Form der Beteiligung präsentierte Monika Weber aus der LEADER-Region Dübener Heide. RegioCrowd ist eine Plattform, auf der regionale Projekte durch Zeit- oder Geldspenden realisiert werden.
So übersetzt RegioCrowd bürgerschaftliches Engagement in die heutige Zeit, indem temporäre Mitmachangebote ohne institutionelle Bindung Interessierte für ein Engagement begeistern.
Das Sammeln überschaubarer Geldbeträge durch eine Vielzahl an Kleinspenden ist ein weiterer Weg zur Umsetzung von Vorhaben, der insbesondere für LEADER-Regionen angesichts notwendiger Mindestzuschüsse eine interessante Option ist.

Den Blick mehr auf die Rahmenbedingungen für Ehrenamt warf Antje Flämig, vom Unternehmen rb architekten aus Leipzig. Gemeinsam konzipieren sie aus kaum genutzten Dorfgemeinschaftshäusern wieder lebendige Orte mit einem Angebot an zentralen Dienstleistungen und Platz für Austausch und Geselligkeit.
Ähnlich dem Carsharing, teilen sich Arztpraxis, Friseursalon oder Bankfiliale auf Basis eines Belegungsplans die Räumlichkeiten gegen eine Nutzungsgebühr und bringen so Lebensqualität in die Dörfer unter dem Namen „Multiples Haus“ zurück.
Das Unternehmen begleitet interessierte Ortschaften durch Planungsleistungen oder aber ein Nutzungspaket zur selbstständigen Erarbeitung.
Sowohl Konzeption als auch Umsetzung wären förderfähig in der LEADER-Region Zwickauer Land.

Ehrenamt braucht Hauptamt und Wertschätzung, waren sich Gäste und Referierende nach zwei bunten LEADER-Stunden einig, die musikalisch von Sofia Schaller, 8 Jahre, zu einem wahren „Liederabend“ aufgewertet wurden.

Dass die LEADER-Region bei der Finanzierung von Vorhaben ein wertvoller Anknüpfungspunkt ist, nahmen dabei viele Interessierte mit nach Hause, ebenso wie neue Kontakte und Ideen.