Meldungen und Termine


Meldung vom 15.11.2018


LEADER wirkt im Zwickauer Land - Halbzeitpause zur Aktualisierung der Strategie

Zum Kabinengespräch in der LEADER-Halbzeitpause hat die LEADER-Region Zwickauer Land am 19. November 2018 geladen.
Was lief gut? Wo ist mehr Einsatz gefragt? Wie kann neue Motivation geschöpft werden?
Nach zweieinhalb Jahren Engagement für die ländlichen Räume in und um Zwickau stellt sich die Region diesen Fragen. Erwartet werden rund 60 geladene Personen, darunter Vereinsmitglieder sowie ausgesuchte Schlüsselakteurinnen und -akteure aus der Region und darüber hinaus.

Bis Ende 2020 stehen von Crimmitschau bis Crinitzberg 22,5 Millionen Euro europäischer und sächsischer Fördergelder zur Verfügung, um das Leben und Arbeiten in den ländlichen Gebieten zu verbessern. Welche Ergebnisse bislang erzielt wurden, darüber informiert zum Kabinengespräch das Regionalmanagement, seit Mitte 2015 der Dreh- und Angelpunkt zur Förderung und Vernetzung von Vorhaben.

Zahlen spielen dabei eine wichtige Rolle:

  • Derzeit sind zwei Drittel des Förderbudgets durch 154 Vorhaben untersetzt.
  • Mit der Fördersumme von 14,7 Mio. Euro konnten Investitionen in doppeltem Umfang befördert werden.
  • Zu den Antragstellenden gehören Kommunen (40%) und Private, darunter Familien, Kirchgemeinden, kleine und mittelständische Unternehmen und Vereine.
  • Die größte Nachfrage erfährt bei Privatpersonen die Sanierung alter Bausubstanz für Wohnzwecke oder zur gewerblichen Nutzung, bei Kommunen der Straßenbau, Schul- und Kitasanierungen sowie Platzgestaltungen
  • Die kleinste Zuschusssumme betrug mit 5.445 € für eine Industrienähmaschine nur knapp mehr als der notwendige Mindestzuschuss. Die größte Fördersumme bisher finanzierte mit 455.000 € eine Straßenbaumaßnahme.
  • Alle 18 Kommunen der LEADER-Region profitierten bisher durch umgesetzte oder noch umzusetzende Vorhaben.


Allein Zahlen widerspiegeln aber nicht alle Potenziale der LEADER-Idee. LEADER-Gelder fließen nicht nur in Beton, sondern auch in Menschen und das, was sie antreibt, bspw.:

  • unterstützt LEADER die Stadt Kirchberg dabei, dauerhaft das Siegel als familiengerechte Kommune führen zu können.
  • erhält ein kleines Unternehmen Unterstützung bei der Mitarbeiterbindung durch Schulungen und Weiterbildungen.
  • bewirbt die neue Naturschutzstation des Landkreises mithilfe der LEADER-Förderung ihr Angebot.
  • half das Regionalmanagement bei der Gründung der Marktschwärmerei in Reinsdorf, der Konzeption des Vorhabens „Theaterbus“, mit dem Kitagruppen und Schulklassen Fahrtkosten für den Besuch den Puppentheaters Zwickau finanziert bekommen, sowie der Anschaffung von Frischeautomaten für Direktvermarkter.
  • ermöglichen Kooperationen mit benachbarten LEADER-Regionen die Aufwertung natürli-che und kultureller Schätze.
  • organisierte das Regionalmanagement LEADER-Abende und andere Veranstaltungsformate zu Themen wie regionale Produkte, bürgerschaftliches Engagement oder Radtourismus, damit sich Interessierte vernetzen, von anderen Regionen lernen und das LEADER-Förderangebot kennenlernen.

Seit die Förderstrategie 2014 erarbeitet wurde, haben sich jedoch Rahmenbedingungen und Herausforderungen verändert, auf die das Zwickauer Land reagieren möchte.
Hinter dem Schlagwort Digitalisierung verbirgt sich mehr als die Verlegung von Kabeln, andere Förderrichtlinien können womöglich einzelne LEADER-Themen besser abdecken, neue Ziele in kommunalen Konzepten und regionalen Strategien könnten in LEADER ein Umsetzungsinstrument finden.

Gesucht werden auch neue Mitwirkende, die Regionalentwicklung im Zwickauer Land als ganzheitliche Aufgaben begreifen und sich mit Ideen, Wissen und Erfahrung einbringen möchten.
Der Verein bietet dazu Weiterbildungen auf diesem lebendigen Gebiet, Vernetzungsmöglichkeiten in der Region und in Stefan Czarnecki einen jungen, engagierten Vorsitzenden: „Mit LEADER haben wir hier ein maßgeschneidertes Förder- und Vernetzungsinstrument in der Hand. Nicht Dresden oder Brüssel entscheiden darüber, was oder wen wir fördern, sondern wir im Rahmen grober Rahmenregelungen. Diese Motivation muss über allen bürokratischen Hürden stehen und soll auch durch das Kabinengespräch noch einmal verinnerlicht werden.“

In der derzeit laufenden Halbzeitbewertung ist das Kabinengespräch nur ein Element. Ergänzt wird diese um einen Workshop zur Arbeit des Regionalmanagements, einer Befragung bisheriger Projektträgerinnen und -träger, telefonische Interviews mit Schlüsselakteurinnen und -akteuren sowie einer umfassenden Datenanalyse. Unterstützung holte sich die Region dabei von der Forschungsgruppe Agrar- und Regionalentwicklung Triesdorf (ART).
Die Ergebnisse der gesamten Halbzeitprüfung münden dann in einer aktualisierten Förderstrategie, mit der die LEADER-Region zum Ende des ersten Quartals 2019 den nächsten Förderaufruf starten will.