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Meldung vom 22.11.2018


LEADER-Fantreffen im Stadion Zwickau

60 geladene Gäste folgten der Einladung der LEADER-Region Zwickauer Land am 19.11.2018 zum Kabinengespräch im Stadion Zwickau. Anlass war die Halbzeitbewertung der Förderstrategie für die ländlichen Räume in und um Zwickau.
Das Format eines „Kabinengesprächs“ ermöglichte den ungezwungenen und offenen Austausch zwischen langjährig engagierten LEADER-Akteurinnen und Akteuren und interessierten Personen, die bislang nur wenige Berührungspunkte hatten.

Isabel Schauer, Leiterin des Regionalmanagements, präsentierte als Grundlage die bisherigen Er-gebnisse. Bislang seien knapp zwei Drittel des gesamten Förderbudgets in Höhe von 22,5 Mio. Euro durch 145 Vorhaben gebunden. „Damit hat die Region ein wichtiges Ziel erreicht und erhielt vom Ministerium die Freigabe des gesamten Budgets“, erklärte sie.
Die zu Beginn der Förderperiode 2014/2015 festgelegten Fördermaßnahmen für das Zwickauer Land wurden bislang unterschiedlich stark nachgefragt:
Die größte Resonanz erhielten Förderungen von Gebäudesanierungen für Wohnen, Gewerbe und dorfgemäße Gemeinschaftseinrichtungen, im Bereich von Straßensanierungen sowie zur Verbesserungen im Beherbergungsbereich.
11 der 28 Fördermaßnahmen wurden bislang jedoch durch kein Projekt belebt, etwa zur Sicherung von Grundversorgung in den Dörfern, andere blieben hinter den Erwartungen.
Daher tauschten sich die Teilnehmenden am Abend in drei moderierten Arbeitsgruppen darüber aus, wie erkannte Hemmnisse beseitigt werden und neue Themen oder andere Bedingungen die Nachfrage erhöhen können.
Alle gesammelten Ideen werden in den kommenden Wochen intensiv auf ihre Umsetzbarkeit geprüft und finden dann vielleicht Eingang in die aktualisierte Förderstrategie für das Zwickauer Land. Der erste Aufruf ist dann im zeitigen Frühjahr 2019 geplant.

Prof. Dr. Otmar Seibert von der Forschungsgruppe Agrar- und Regionalentwicklung aus Triesdorf informierte am Abend über weitere Ergebnisse der Halbzeitbewertung.
Neben den Inhalten spielten auch die Prozesse zur Umsetzung eine wichtige Rolle. So sei die Anzahl der Mitglieder in der LEADER-Region rückläufig, was jedoch eine normale Entwicklung sei, da sich viele bereits seit Beginn der Förderperiode 2014 engagiert hätten. Vorbildlich empfand er den hohen Frauenanteil, den es nach einigen Austritten zu halten gelte. Die Anzahl an Sitzungen aller LEADER-Gremien sei angemessen und zweckmäßig.

Intensiver hatte sich die Forschungsgruppe mit der Arbeit des Regionalmanagements als Dreh- und Angelpunkt jeder LEADER-Region beschäftigt.
„Die Aufgaben des Regionalmanagements entsprechen dem eines mittleren Managements, nur das für einzelne Bereiche wie Beratung, Öffentlichkeitsarbeit oder der Betreuung von Netzwerken dort eine ganze Person zuständig ist, und nicht wie bei LEADER üblich, vier Teilzeitbeschäftigte für alles“, betonte Seibert.

Die Befragung von Schlüsselakteurinnen und -akteuren und von ProjektträgerInnen, ebenso wie eine interne Fokusgruppe zu dem Thema ergab insgesamt eine hohe Zufriedenheit mit der Arbeit des Regionalmanagements. Damit dies so bleibt, gab Seibert zu bedenken: „Ein professionelles Management verlangt personelle und finanzielle Kontinuität, unabhängig von Förderperioden.“

Ein Ergebnis lässt sich bereits heute formulieren: Öffentlichkeitsarbeit wird ein größerer Arbeits-schwerpunkt werden. Dabei gilt es, über Erfolge zu berichten, die mit fertiggestellten Projekten nun langsam sichtbar werden, die Funktionen des Regionalmanagements besser zu bewerben und das Förderinstrument LEADER als das darzustellen, was es neben Bürokratie im Herzen ist: ein maßgeschneidertes Förder- und Vernetzungsinstrument für das Zwickauer Land.